Swonarew Kut - Звонарёв Кут
Swonarew Kut - Звонарёв Кут
Sie war die zweitälteste christliche Zeitschrift und erschien als „Monatsblatt fürs christliche Haus“ zwischen 1884 und 1915. Von 1874 bis 1884 trug sie den Namen „Volksbote“ und wurde in Saratow herausgegeben. „Der Friedensbote“ erschien in Beideck (Talowka) im Wolgagebiet mit der Beilage„Der Jugendfreund“ und fand unter den deutschen Kolonisten Rußlands eine weite Verbreitung. Die Redaktion wurde von dem bekannten wolgadeutschen Pastor H. Günther geleitet.
1774 den 24. October sind die Kirgisen in den Kolonien Rownoj, Kostawewa, Krasnorinowka und Kotschetnoj eingefallen und haben 317 Seelen in die Sclaverei geschleppt, worunter auch mein Schwager Dallafuß war mit Frau und Kindern; solche sind in die kleine Buchara verkauft worden. 1774 den 2. October bin ich mit meiner Familie nebst noch etlichen Familien nach der Kolonie Sewastianofka jenseits der Wolga geflüchtet und den 17. November ganz allein wieder auf die Kolonie gekommen; den 20. November bin ich als Schreiber zur Revision des Herrn Majors Lemange gefordert worden, mit welchem ich nach Saratow reisen musste und den 8. Dezember holte ich Frau und Kind von Sewastianofka wieder ab, welche so lange bei dem so genannten Stiel-Hannes sich aufhielten. 1775 den 24. Januar ist die Streitsache zwischen dem Herrn Capitain von Ditmar und den Kolonisten mit gegen einander ausgewechselten Reversen beigelegt worden. 1775 den 9. März wurde beim Mehlholen von Solotoi Lammermann von zweien Russen ausgeplündert, aber Benedix von Laub ging verloren.
1775 den 13 März wollten 300 Kirgisen in Solotoi und den dort herumliegenden Kolonien wieder einfallen, sind aber von denen auf den Kolonien stehenden Husaren verjagt worden. In diesem Jahr erhielt ich zum Unterhalt monatlich 1 Kuhl Roggenmehl vom Januar bis September. Den 17. April kam der Herr Capitain Durof, Revision zu halten, bei welcher ich als Dolmetscher gebraucht wurde und mich bei dieser Gelegenheit als zum Ackerbau selbst für untüchtig erklärte. Den 29. Juni reiste ich von der Kolonie ab, einen Schulmeisterdienst zu suchen und accodierte mit der Kolonie Swonarewkut am Karaman, so auch mit der Kolonie Oleschna jenseits der Wolga. Den 13. Juni bekam ich vom Hohen Comptoir auf mein eingegebenes Memorial die gnädige Resolution, als Kreisschreiber am Tarlyk bei Herrn Leut. Mangin platzieret zu werden, es wurde aber von meinen Feinden hintertrieben.
Nach geendigter General-Revision Er. Excellenz des Herrn Stats-Raths de Lodischinsky wusste ich erst woran ich war und erhielt von seiner Excellenz die gnädigste Erlaubnis, mich wohin ich wollte zu wenden, ehrlich zu ernähren. In der vom Herrn Cancellaristen Schäfer im Mai gemachten vorläufigen Revision stand bei meinem Namen geschrieben: Ist ein Studiosus, verseht den Ackerbau nicht, sondern will sich als Schulmeister auf den Kolonien ehrlich ernähren; Se. Excellenz aber geruhen in russischer Sprache beizufügen: (). 1775 den 3. October fuhr ich mit meiner Stieftochter Anna Maria an den Karaman auf die Kolonie Swonarewkut. Nach 8 Tagen ließ ich meine Frau und andere Stieftochter nachholen. In der Kolonie Popofkina ist von mir nachgeblieben: ein haus, 1 Stall und 1 Ambar, 1 Pferd, 1 Waage, 1 Pferd, 1 Kuh und die Ackergerätschaften als 1 Pflug, 1 Chomuth, 3 Sensen, 4 Räder u. f. m.
1775 den 21 October ist eine gnädigste Ukase publizier worden, daß die Kolonisten, so ihren Unterhalt nicht hätten, solchen mit Schanz-Arbeit in Saratow und 3 Kolonien verdienen könnten, nämlich für einen Kub-Faden sollten ihnen 2 Rubel gegeben werden.
1776 im Winter hatte ich Verdruß mit dem Ferdinand von Beauregard wegen qui vit; den 29. Februar wurde ich zu der durch den Tod des Peter Buchmeier erledigten Küsterstelle von Ser. Ehrwürden Herrn Pastor Helm berufen, that auch Probe als Küster in gegenwart besagten Herrn Pastor Helm den 6 März am Sonntag Oculi, ich trat aber solche Stelle aus eigenem Willen nicht an und blieb Schulmeister in der Kolonie Swonarewkut.
1776 im Herbst erhielten die Kolonisten Samen von Maulbeerbäumen, weil auch das Getreide nicht recht fort wollte, wiewohl das 1776. Jahr gar sehr fruchtbar war, so legten sie sich mit allem Fleiß auf den Tabaksanbau. In Swonarewkut blieb ich Schulmeister bis den 10. Februar 1781, ein schlecht Jahr. 1776 war sehr fruchtbar.
So weit die sehr kurz und knapp gefasste Chronik des Johann Georg Möhring, aus welcher wir manches Neue erfahren. Dieser Chronik ist vom Verfasser noch eine Ausführliche „Spezifikation“ der von ihm und seiner Familie von der Krone erhaltenen Tagegelder vom Tage seines Engagements d. 26. Februar 1766 bis zum November 1769 mit allen Details beigefügt, doch von der Wiedergabe dieses Zahlenregisters können wir absehen, zumal aus der Chronik selbst deutlich genug hervorgeht, wie reichlich die Krone den Kolonisten Vorschuß an Geld und Mehl und Getreide zu ihrer Existenz gab.
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