Swonarew Kut - Звонарёв Кут

stahl_header

Leidensgefährten...

 

Es gelang mir in den ersten Monaten sehr schnell (2-3 Tage) die Hauptdaten von meinen Leidensgefährten im Gedächtnis zu speichern (Ca 50 Mann). Aber ein halbes Jahr später hat mein Gedächtnissvermögen drastisch nachgelassen. Dazu hat noch das beigetragen, dass wir stetig aus einer Brigade in die andere versetzt wurden.
Und trotzdem versuche ich meine Kameraden beim Namen aufzuzählen: Wanja Völker aus Sympheropol, Franz Remer aus Kertsch, Bogdan Keller aus Taschkent, Robert Esska aus Nordkasachstan, Kischler aus Rumenien (Brigadier), Eduard Doos aus Engels, mein Vetter und Landsmann David Schneider, Fedja Bossert, David Justus, Andrej Bischel, Karl Ginsburg aus Irkutsk, Wolodja Goppe, Sascha Ungefug, Fedja Stolzer, Riss. Insbesondere erinnere ich mich an Arnold aus Sympheropol. Er hat die Kunstfachschule in Odessa absolviert und hat dort den Bahnhof mit Malerei und Fresken versehen. Der Bahnhof wurde während des Krieges zerstört.
Dank Arnold haben wir hochqualifizierte Malerarbeiten auszuführen gelernt. Da wir dieses Handwerk uns angeeignet hatten, haben wir 1945-46 „äußerst wichtige Objekte“ - Generaldatschen auf Kurort Kaschtak bei Tscheljabinsk ausgestattet. Nach Kriegsende hat man mit der Entlassung der Trudarmisten mit unabgeschlossener Hochschulbildung angefangen. Wir haben auch unsere Entlassung eingereicht und hofften im Herbst nach Hause zu dürfen. Aber es ist uns gesagt worden, dass wir eher zu Hause sein werden, wenn schnellstens eine Arbeit von uns erledigt wird. Man steckte uns mit einer NKWD Begleitperson in einen Zug und wir fuhren los. Keiner von uns konnte ahnen, dass diese Reise die Rückkehr zu unseren nächsten Verwandten auf längere Zeit verschiebt.